Drottning

Ich geh´ dem Fluss entgegen, auf seine Quelle zu.

Auf allen meinen Wegen, gehst mit mir DU.

Ich steh´ auf der brodelnden Erde und hör´ das Gefauche mir an.

Was heute ich bin und morgen ich werde,

ich bleibe in deinem Bann.

Ich steig´ auf diesen hohen Berg zur weissen Wolke hin.

Hier bin ich klein - nur du bist Leben mir und Sinn.

Im Eis - verworren, steil ,

von aller Liebe fern - bist du mein Halt,

mein Seil - mein Stern !

Im Traume hört ich Odins Ruf
er lockte mich zur Reise
zum Wunderland, das er erschuf

mit Glut tief unterm Eise.

Ganz tief in mir fühl ich, ich werde
zu diesem Land einst fahren,
zu schau'n die Wunder dieser Erde
und sie im Herz zu wahren.

Wo eisbedeckte Gipfel ragen
und Lava rot zu Tale fließt,
möcht lauschen ich den alten Sagen
aus denen mancher Ase grüßt.

Die Sehnsucht hin zu diesem Land
der Gletscher und Geysire,
durch Odins Ruf in mir entstand.
Ich harr, dass er mich führe.

Lidania

Das Jahr hat sich zuguterletzt
ein weißes Mützchen aufgesetzt.
Wie Tänzer drehn sich weiße Flocken,
Von fern ertönen Weihnachtsglocken ...
Mein Pferd steht still im Schneegestöber,
Gespannt lauschts in die Nacht herüber
Als ob von Island käm ein Laut:
„He Pferd, dein Ahne auf dich schaut!
Mit den Flocken tanz im Wind,
Vergiß nie - bist ein Islandkind!“
(© D.T.)

Im Sattel auf Islands Pferden reiten wir durch das Land,
halten das Glück dieser Erde fest in leichter Hand.
Über uns rauschen die Wipfel, Reh' stehn am Wegesrand,
vor uns der Berge Gipfel - tölten am Bach wir entlang.

Durch schweigende, stille Wälder reiten wir leicht dahin
und beim Galopp über Felder haben wir frohen Sinn.
Springen wir über Gräben, klappern die Hufe geschwind,
hören die Nüstern wir beben, flattert die Mähne im Wind.

Unter uns schnauben die Pferde im steten Vorwärtsdrang.
Das ist die Freude der Erde, das ist der Freiheit Klang.
Reiten wir froh in die Ferne, sehn wir der Ohren Spiel,
wären wir ach so gerne weit ab entfernt noch vom Ziel.

Ihr von der Insel im Meere - Heimat aus Feuer und Eis,
die ihr das Glück dieser Erde bringet in unseren Kreis,
halten wir euch stets die Treue, die ihr nie mehr könnt zurück,
seid ihr uns täglich aufs Neue Pferde der Träume vom Glück.

Verfasser unbekannt

Sörli trägt mich daunenweich
läßt an Frühling denken.
Was dem Traum,dem Liede gleicht,
seine Gänge schenken.

Nehme Abschied ich von hier,
muss die Todesfurt durchreiten,
schicke Herr dann Sörli mir-
er soll mich nach Haus begleiten.

© Gunnar Arnason

Björklein unscheinbar - nur braun,
doch für mich ein wahrer Traum.

Nur wie`s dann im Leben geht,
Traum ist aus, ihr Herz fast steht.

Schöne Ritte sind vorbei,
ist mir aber einerlei.

Schöne Zeit kommt nicht zurück,
doch wer hat schon so viel Glück,
eine Herzenspferd mein Eigen war,
danke dir für jedes Jahr.

von uso für Björk

Die Reise nach Island,sie war wie ein Traum,
wer das nicht geseh'n hat glaubt mir es kaum;
der bunte Himmel,die schöne Sonne,
dies zu erleben war eine Wonne.

Niemals in Leben hätt ich je gedacht
dass Island im Winter viel Freude mir macht.
Vom Flugzeug die Flügel kaum ausgefahren
sah ich dieses Land voller Sonnenstrahlen.

Ich sah die Geysire und sah den Vulkan,
Schnee in den Bergen, er lachte mich an;
Lavafelder,Gletscher,Flüsse und Seen;
man muss einmal hinfahr'n um mich zu versteh'n.

Menschen....sie strahlen voll innerer Ruh,
die Farben des Himmels,sie leuchten dazu,
in wenige Worte hab ich es gefasst,
dass du,schönes Island,verzaubert mich hast.

Arminius

Das mir mein Pferd das liebste sei,
sagst Du oh Mensch, sei Sünde.
Das Pferd blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

unbekannter Herkunft

Deine Schritte, dein Gemüt
tausend Wunden heilen.
Nur in dir mir Freude blüht,
soll ich hier verweilen.

J. Thorsteinsson, geb. 1859

Durch den trüben Vorstadtwind
lässt er seine Sinne schweifen
und vorbei an Straßen streifen,
die nun seine Heimat sind.

Dann blickt er den Schwalben nach,
die am Himmel Schleifen drehen
und man kann ihn trotten sehen
über Felder, schwarz und brach.

Doch in seinen Augen spiegeln
zwischen Tränen sich und Klagen
Bilder von vergangnen Tagen
Stürmen, Meeren, grünen Hügeln.

© Galsi

Donnernde Hufe,

Schallende Rufe,

Gewieher so hell,

Schimmerndes Fell,

Streichelnde Hände,

GLÜCK OHNE ENDE!

Konrad

Da stehen sie, Denkmälern gleich
mit dem Rücken zum Wind
stumm und doch vielsagend
unbewegt und doch bewegend ausdrucksvoll
so trotzen sie der klirrenden Kälte
Eiszapfen schmücken ihre zerzausten Mähnen
Schneeflocken fallen weich auf den winterlichen Pelz
und der Wind erzählt von ihren Sehnsüchten
so harmonieren sie mit der Natur.

(D. Hege-Treskattis)

Anfang August ohne Regen.

Rückflug Dreizehn Uhr dreizig von Keflavík;

Fahrt von Reykjavík dahin

unter dunklem Wolkendach.

Rechts ein heller Streifen Himmel. Rot-orange.

Die Erde brennt.

Scharf und klar darin die Berge.

Islands ferne Berge nah - rot und rein in langer Kette.

Vorne abgehoben, höher als die anderen Berge alle,

rot und hoch ein steiler Kegel,

heller, höher, reiner, klarer

als die anderen Berge alle:

Snaefellsness. Vulkan. Der Geltscher,

einsam rote Spitze Islands.

Anfang - Ende allen Landes,

aller Erde, aller Welt.

Mir zum Abschied dieser Berg - Feuerbild der Feuerinsel.

Das sind die Herren dieser Welt;

Das rote Erdinnenfeuer, das ungezähmte Ungeheuer,

das tödlich auf das Leben fällt.

Die Gegenmacht, das andere Wesen:

Das Eis, der Gletscher obenauf,

der Quell für wüster Ströme Lauf.

Kein Sinn kann Plan und Richtung lesen.

Die beiden atmen, wachsen, schwinden, vernichten, zeugen, trennen binden.

gewähren lang, entreißen schnell,

sind schwarze Wolke, leuchten hell.

 

Ich bin in ihrer Hand. Sie leben.

Ich habe zu nehmen, was sie geben.

Surturs Hand

Überall in diesem Land regt sich Surturs grobe Hand.

Hand die Feuer zeugt und schürt,

Hand die Erde ballt und rührt.

Hand, die Erd´ und Feuer mengt,

Hand, die Erde spannt und sprengt,

schleudert in die Luft hinauf, gießt in tödlich rotem Lauf,

über Gras und Moos und Wald,

deckt sie zu mit Ungestalt, dunkler Asche hart und kalt.

Surtur wühlt und nichts wird alt

Am Meer,

Meer, das mir zur Seite bleibt,

das mich trägt und das mich treibt,

mich umsprüht und mich umrauscht,

Meer dem meine Seele lauscht.

Lass mich wandern dicht bei dir

Jahre, Monde, Tage , Stunden,

lass die wenigen Dinge mir,

die ich hab am Strand gefunden,

als ich horchte, was du fragst,

was du flüsterst, was du sagst.

Deiner Wogen wüster Prall

wurde Wort mir...

Fels im All.

Am Gullfoss

Nun bin ich wieder hier

am Fluss, der tosend in die Tiefe fällt.

Der kommt aus ferner Gletscherwelt und füllt die Sinne mir.

Aus wüstem Sprüh der bunte Bogen verbindet Ufer, Himmel, Schlucht,

eröffnet Höhen, bremst die Flucht

aus diesem Lebens wirren Wogen.

 

Der Regenbogen schließt mich ein - in Berg und Fluss und grün und Licht,

in alles, was der Tod zerbricht - in dieser Erde Sinn und Sein.

 

Ist irgend wann das flücht´ge Bild verschwunden - was fest mich hält, ich hab´ es hier gefunden.

Iceland

Iceland, fortunate isle! Our beautiful, bountiful mother!
Where are your fortune and fame, freedom and virtue of old?
All things on earth are transient: the days of your greatness and glory
flicker like flames in the night, far in the depths of the past.
Comely and fair was the country, crested with snow-covered glaciers,
azure and empty the sky, ocean resplendently bright.
Here came our famous forebears, the freedom-worshipping heroes,
over the sea from the east, eager to settle the land.
Raising their families on farms in the flowering laps of the valleys,
hearty and happy they lived, hugely content with their lot.
Up on the outcrops of lava where Axe River plummets forever
into the Almanna Gorge, Althing convened every year.
There lay old Þorgeir, thoughtfully charting our change of religion.
There strode Gissur and Geir, Gunnar and Héðinn and Njáll.
Heroes rode through the regions, and under the crags on the coastline
floated their fabulous ships, ferrying wealth from abroad.
O it is bitter to stand here stalled and penned in the present!
Men full of sloth and asleep simply drop out of the race!
How have we treated our treasure during these six hundred summers?
Have we trod promising paths, progress and virtue our goal?
Comely and fair is the country, crested with snow-covered glaciers,
azure and empty the sky, ocean resplendently bright.
Ah! but up on the lava where Axe River plummets forever
into the Almanna Gorge, Althing is vanished and gone.
Snorri's old site is a sheep-pen; the Law Rock is hidden in heather,
blue with the berries that make boys --- and the ravens --- a feast.
Oh you children of Iceland, old and young men together!
See how your forefathers' fame faltered --- and passed from the earth!

aus dem Isländischen von: Jónas Hallgrimsson